Latest News
Nach langer Pause gibt es endlich neue Grafiken!
PDF Drucken E-Mail
Samstag, 01. November 2008 um 11:25 Uhr

Mondenkind

   Mondenkind

   Bedächtig schreite ich über das Gras.
   Der Abendtau benetzt meine Füße.
   Um mich herum die Stille der Nacht.

 








Ein sanfter Wind verfängt sich in meinem langen, nachtblauen Mantel.

Es ist, als wolle er mit ihm meinen Körper liebkosen.
Mein Gandhr, der Stab in meiner Hand
scheint mir vorauseilen zu wollen.

Vor mir der Wald in ehrfurchtsgebietender Erhabenheit.
Die Bäume heißen mich willkommen.
Schließlich erreiche ich sie – die Lichtung, die geweihte Stätte.

Ich verharre inmitten des Kreises –
Sinnbild der Ewigkeit, Ebenbild der Vollkommenheit.
Ich warte und nur mein Atem ist zu hören.
Die Zeit scheint still zu stehen.

Dann, endlich – entfliehen die Wolken
und enthüllen das strahlende Antlitz des Mondes.
Sein Leuchten scheint alles mit flüssigem Silber zu überziehen.

Hoch erhebe ich den Gandhr.
Der Amethyst an seiner Spitze fängt das Licht des Mondes ein.
Ich weiß es, als der Zeitpunkt gekommen ist.

Entschlossen senke ich den Stab;
berühre mit dem Stein mein Herz, dann meine Stirn.
Tief atme ich durch.
Fast unmerklich nicke ich und senke dann mein Haupt.
Ich hatte verstanden!

Grafik: Isis
Text: Braghi

Aktualisiert ( Sonntag, 23. November 2008 um 20:50 Uhr )
 

Statistics

Seitenaufrufe : 41120